Vier Schritte zur Seelenruhe (3/4)
Schritt 3: Herausfallen aus der Seelenruhe
Wo stand ich nun?
Ich hatte nun also auch den zweiten der vier Schritte zur Seelenruhe geschafft: die Aufrechterhaltung des Zustands der Seelenruhe. 🤗🥳🙌
Zumindest hatte ich mittlerweile einige Erfahrungen damit gemacht. Denn abgeschlossen wäre der Schritt im Prinzip erst, wenn ich nie mehr aus der Seelenruhe herausfliegen würde.
Doch dafür müsste das Ende der Zeit ⏱✅ oder zumindest mein eigenes Ende 🙏⚰️ eingetreten sein, sodass ich die letzte Bilanz ziehen und rückblickend mit absoluter Sicherheit sagen könnte:
„Ich bin nie mehr aus der Seelenruhe herausgefallen und das werde ich auch nie mehr.“
Allerdings klingt dieses Gedankenspiel ziemlich absurd. 🤪🤦♂️
Ich persönlich glaube auch, dass es weniger darum geht, solche Ziele tatsächlich zu erreichen, sondern vielmehr darum, Idealzustände anzustreben und sich ihnen möglichst anzunähern. 〽️
In diesem Sinne würde ich sagen, dass ich den zweiten der vier Schritte zur Seelenruhe „geschafft“ hatte, denn ich war in der Lage, die Seelenruhe immer häufiger und länger aufrechtzuerhalten und damit auf dem richtigen Weg. 💪👏
Ich integrierte diesen Zustand allmählich in meinen Alltag und musste mich nicht mehr ständig zurückzuziehen, um in meine ruhige Mitte zu kommen oder in ihr zu bleiben.
Die Sicht „von oben“ verschmo immer mehr mit der Sicht „von unten“, wie in Kapitel 3 beschrieben wurde.
Was ich jetzt brauchte, war möglichst viel Übung durch verschiedene Herausforderungen, damit ich lernen konnte, meine innere Ruhe immer unabhängiger von äußeren Umständen aufrechtzuerhalten. 😌🌍
Dazu musste ich zunächst unangemessene Denkmuster in mir erkennen und um das tun zu können, musste ich aufgrund dieser unangemessenen Denkmuster in konkreten Situationen scheitern, damit ihre negativen Auswirkungen für mich sichtbar wurden. 🥴👍
Du hast richtig gelesen 🧐: scheitern!
Mein Scheitern würde es mir erlauben, im Nachhinein über mein inneres Fehlverhalten zu reflektieren und schließlich neue, angemessenere Denkgewohnheiten zu entwickeln.
Deshalb stand nun der dritte Schritt an: Das Herausfallen aus dem Zustand der Seelenruhe. Ich befand mich folglich beim dritten Schritt im Prozess zur Seelenruhe:
1. Eintritt in den Zustand der Seelenruhe
2. Aufrechterhaltung des Zustands der Seelenruhe
3. Herausfallen aus dem Zustand der Seelenruhe
4. Zurückfinden in den Zustand der Seelenruhe
Das Problem: Fehlende Erfahrung
Wollte ich mein inneres System immer mehr in einen nachhaltigen, ruhigen Zustand bringen, benötigte ich jetzt sehr viel praktische Übung.
Ich musste „richtiges“, „vernünftiges“ Verhalten lernen, indem ich mich bei meiner Lebensweise, meinen Handlungen und meinen Reaktionen immer am ruhigen Zustand orientierte, den ich anstrebte. 😌🤍
Beunruhigten sie mich, musste ich diese unerwünschten, automatisch ablaufenden Reaktionen umgehend mit besseren Reaktionsmustern ersetzen. 🤭☝️
Hierfür reichte es nicht aus, mich zurückzuziehen und das gewünschte Szenario nur gedanklich zu durchlaufen. 🧠🤔🤓
Ich brauchte die Möglichkeit, die Situationen praktisch zu erleben, um in einem ersten Schritt im Moment der Wahrheit meine negativen oder unvernünftigen Gedanken sichtbar zu machen und zu erkennen. 👁🙃👎
Daraufhin musste ich sie dann in Ruhe zu sinnvollen, vernünftigen Gedanken umzustellen. 🧘♂️🔄🧠
Danach musste ich diese neuen Gedanken wieder in praktischen Situationen austesten und allenfalls im Nachhinein weiter anpassen.
Nur so konnte ich lernen, langfristig ohne Aufwand angemessen zu reagieren. 😌👍
Durch die Regelmäßigkeit der neuen Gedanken und Reaktionen sollten sich mit der Zeit neue Gewohnheiten ergeben, die allmählich automatisch ablaufen würden. ⚙️🚶
Dazu musste ich mich selbst in der Praxis immer wieder beim Scheitern beobachten 🥴, im Nachhinein über meine Gedanken, Gefühle und Handlungen nachdenken 🤔 und neue Strategien entwickeln, die zu angemesseneren, vernünftigeren Reaktionen führten. 🤓💡
„Wie müsste ich in dieser bestimmten Situation denken, wenn ich innerlich gelassen bleiben will?“, fragte ich mich. 🤔
Immer wenn eine Situation dazu geführt hatte, dass ich unvernünftig handelte oder mich innerlich aufregte, überlegte ich mir im Nachgang, wie ich eigentlich reagieren hätte sollen und erarbeitete mir eine Strategie, mit der ich es schaffen konnte, beim nächsten Mal auch (möglichst) so zu reagieren. 💪
Es war ein ständiges Ausprobieren 🤔, Scheitern 🥴 und Ausbessern 🤓💡.
Da eine Situation derselben Art je nachdem nicht gerade häufig vorkam, war es umso herausfordernder, mich im entscheidenden Moment an meine neu ausgedachte Strategie für diese spezifische Situation zu erinnern und sie dann auch umzusetzen.
Manchmal suchte ich deshalb gewisse Situationen auch bewusst auf, um zu üben.
Der erste Schritt war aber, mich allgemein immer aufmerksamer und bewusster selbst zu beobachten. 👨🦰🧐
Doch auch dabei scheiterte ich oft und das tue ich immer noch. 🤷♂️
Selbst, mich nicht darüber aufzuregen, dass ich gerade gescheitert bin, fällt mir gelegentlich schwer, vor allem, wenn ich gerade unaufmerksam bin.
Beispielsweise verfasse ich Blogartikel auf meiner Website, die jedoch manchmal einen Fehler anzeigt, sodass ich einen Abschnitt nochmals komplett neu schreiben muss. 😅
So etwas kann ärgerlich sein 🤦♂️… oder auch nicht 🤷♂️ – das hängt von mir ab.
Einst habe direkt versucht, mich an meine Worte zu erinnern und zumindest wieder gewusst, worum es ging. Aber der Abschnitt war weg und die Wortwahl und den Inhalt konnte ich nicht mehr rekonstruieren, obschon ich die Gedanken eigentlich gut fand. 😬
Offensichtlich fand ich sie etwas „zu gut“, denn ansonsten würde mich dieses kleine Missgeschick nicht großartig beschäftigen. 🥱
Ich habe dann bemerkt, wie ich versucht war, mich darüber zu ärgern 😤, aber dann dachte ich: Jetzt kannst du dein stoisches Verhalten gleich in der Praxis üben. 🤓☝️
Leichter Ärger war bereits aufgekommen und ich war gerade im Begriff zu scheitern. 😑😒
Aber dadurch konnte ich den Ärger zumindest als Warnsignal 🚨 erkennen, das mich dazu bewog, meine Gedanken zu überdenken. 🤔
Denn ich habe mein System durch viel Arbeit glücklicherweise bereits darauf „programmiert“, dass mein Ärger bedeutet, dass ich irgendetwas an meiner gegenwärtigen Einstellung ändern muss. 🔄
Ich dachte mir dann, erstens kann ich jetzt gleich wieder etwas üben 💪 und zweitens passt das Thema interessanterweise gerade wie die Faust aufs Auge 👁🤛😆.
Und, wer weiß, vielleicht war der Text besser so, als er geworden wäre, wenn dieser Fehler nicht passiert wäre. 🤷♂️
So wandelte sich mein vermeintliches Pech zu einem möglichen Glückstreffer 🍀. Die Weltvernunft schien es besser zu wissen als ich, wie mir die Ironie des Schicksals gerade aufgezeigt hat. 🌍✅
Die Seelenruhe konnte ich in diesem Fall mehr oder weniger aufrechterhalten, auch wenn sie mir leicht entglitten war. 😌🙏 Ich war innerlich etwas ins Wanken geraten, konnte mich aber rechtzeitig wieder fangen und in meiner Mitte einpendeln. 🙏⚖️
Die Lösung: Praktische Übung
Jedenfalls war ich bei Schritt 3 nun etwa 30 Jahre alt und ich versuchte, von Zeit zu Zeit – d.h. in Zeiten, in denen ich mich fit und bereit dazu fühlte – möglichst herausfordernde, aber nicht überwältigende Situationen aufzusuchen, um meine stoischen Fähigkeiten zu trainieren. 💪🤓
Ich wollte schwer aushaltbare Momente und Menschen zunehmend besser aushalten lernen, indem ich sie aufrichtig akzeptierte und dadurch gleichgültig hinnehmen konnte. 😌🙏🤍
Dabei kam mir entgegen, dass ich hochsensibel war und es mir deshalb nicht sonderlich schwerfiel, Situationen und Menschen zu finden, die meine innere Ruhe auf eine harte Probe stellten. 🐣🤛
Die Kehrseite dabei war allerdings, dass ich durch meine Hochsensibilität auch schneller von äußeren Reizen überflutet und überfordert wurde. 🌊😓
Auf eine gewisse Weise hielt ich also weniger aus, als andere und ich musste mich vorsichtig durch Situationen herantasten, die ich mir auch zumuten konnte, weil ich ihnen mehr oder weniger gewachsen war.
Dieses bewusste Aufsuchen schwieriger Situationen war eigentlich eher ein „mich dazu Überwinden, mich auch einmal in eine für mich besonders schwierige Situation zu begeben, wenn ich spürte, dass sie notwendig oder sinnvoll für mich war“.
Das war vor allem der Fall, wenn ich spürte, dass es in irgendeinem Bereich noch etwas gab, dass mich innerlich triggerte, emotional aufwühlte und gedanklich stark beschäftigte. 🤭🥺🤔
In diesem Bereich gab es im Prinzip etwas, das ich noch „auflösen“ bzw. „be- und verarbeiten“ musste.
Ich machte auch ein Stück weit vom „Schicksal“ abhängig, wann ich mich in eine schwierige Situation begab, die mich auf eine bestimmte Weise herausforderte, sodass ich über diese Herausforderung zu mehr innerer Ruhe gelangen konnte.
Manche Ängste waren z.B. auch zu stark, um mich mit ihnen auseinanderzusetzen und sind es nach wie vor. 😱😵
Es bringt aus meiner Sicht nichts, sich hier zu überfordern. Stoisch bzw. vernünftig sein bedeutet für mich auch, zu wissen, wann man sich eine bestimmte Situation oder einen bestimmten Menschen zumuten kann und wann nicht. 🤗
Im dritten Schritt zur Seelenruhe ging es jedenfalls vordergründig darum, regelmäßig über meinen Schatten zu springen, um mein Inneres aufzuräumen.
Ich musste meine Denkweise, meine Einstellung und meine Haltung in vielen Situationen verändern, um nicht automatisch aus dem Zustand der Seelenruhe herauszufallen.
Jedes Mal, wenn ich ein Urteil fällte, flog ich aus der Seelenruhe heraus und wurde innerlich emotional.
Doch gerade dieser Schritt des Herausfallens war wichtig und essentiell für meinen weiteren Erfolg, denn nur auf diese Weise konnte ich üben, in den verschiedensten Problemsituationen angemessen zu denken und möglichst spielend wieder in die Seelenruhe einzutreten. 😌🙏
Außerdem wies mich jeder Scheitermoment auf meine inneren Konflikte und emotionalen Spannungen hin, die es noch zu lösen galt, um innerlich ruhiger zu werden – und die ich „irgendwie erahnte“, sodass ich spürte, dass ich diese Erfahrung jetzt brauchte. 🧐
Nicht nur das, denn da ich auf diese Weise auch immer bewusster im Moment lebte, lernte ich immer besser, mich selbst aus einer Art Vogelperspektive zu beobachten 🦅🔭 und meine Reaktionen bereits vorherzusehen.
Fühlte ich, wie sich ein Gedanke anbahnte, der mich emotional reagieren ließ und mich aufgrund einer Bewertung aus meiner Mitte warf, gab ich sofort Gegensteuer. 🤜😌🤛
Ich versuchte, mich emotional zu beruhigen, so gut es eben ging und überlegte mir, was jetzt gerade ein vernünftiger Gedanke wäre, der dem Zustand der inneren Ruhe entsprach und ihn wieder ins Zentrum meiner Aufmerksamkeit rückte. 🤔🤓
Natürlich wäre es utopisch gewesen, anzunehmen, das würde immer gut klappen. Aber es war wichtig für mich zu sehen, dass es klappte, wenn auch zu Beginn nur einige wenige Male.
Und tatsächlich klappte es mit der Zeit durch fleißiges Üben auch immer besser…
Die Reise ging weiter…
Je mehr ich scheiterte, umso besser konnte ich mit Scheitermomenten umgehen und je mehr das wiederum der Fall war, umso schwierigere Situationen konnte ich mir zumuten. 😁✊
Auch das Schicksal schien mir immer schwierigere Situationen und Menschen zuzumuten. Denn schon bald erhielt ich meine große Chance bei meiner bislang größten Herausforderung.
Es ging um einen Menschen, dessen Verhalten und Umgang mit mir mich dermaßen triggerten, dass ich regelrecht aus der Seelenruhe herauskatapultiert wurde. 😵
Er muss wohl einen wunden Punkt getroffen und eine meiner größten Ängste getriggert haben, denn der Schock war groß, der Schmerz intensiv und in meinem Inneren ruhte kein stiller See mehr, sondern es tobte ein Tsunami, der Emotionen und Gedanken gegen mein Herz schleuderte. 🌬🌪🌊❤️
Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung war bei diesem Menschen garantiert vorhanden und Psychopathie nicht auszuschließen.
Doch dazu mehr im vierten und letzten Teil über meine vier Schritte zur Seelenruhe…
In der nächsten Lektion erwartet dich der vierte und letzte Schritt meiner persönlichen Reise zur Seelenruhe!
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